Dienstag, 23. Mai 2017

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -103-



[GE]gessen: Gegrillte Hühnerschlegel mit Knoblauchbrot

[GE]trunken: Zimtblättereistee

[GE]kocht: Indisches Shakshuka
(d.h. Reste vom Zimtblättercurry und Kaju Pulao vermischt, mit einem Schuss Wasser in der Pfanne erhitzt und zum Schluss zwei Eier mitgegart. Njammi!)

[GE]backen: Orangenbrot mit Rooibos / Krik / Himbeerchüechli

[GE]wesen: Flohmarkt, Pflanzentauschbörse, Theater

[GE]sehen: Nice Places To Die 

[GE]lesen
Food from across Africa - The Groundnut
The Indian Grocery Store Demystified - Linda Bladholm
Wildcrafted Cocktail - Ellen Zachos

[GE]freut: Über die supertollen Flohmarktfunde, u.a. eine 
Rosenthal Wirkkala Kaffeekanne, zwei kleine Vasen (Schweizer Studiokeramik) und ein viktorianisches Senftöpfchen.

Trotz Nummerierung immer noch nicht heraus[GE]funden:
Den Hersteller der kürzlich erworbenen, riesigen schwarzen Bodenvase.
Kann jemand von euch vielleicht weiterhelfen?

[GE]tauscht
1. Zwei Zucchini-, ein Buschkürbis- und zwei Malabarspinatsetzlinge
gegen 6 verschiedene Tomaten- und 20 rote Kopfsalatsetzlinge

2. 10 Borretschli, dazu je 3 Tomaten- und Malabarspinatsetzlinge gegen 6 Paprika- und 3 Auberginenpflänzchen

3. 3 kleine Rhabarber & eine Zucchini gegen 2 Artischocken & einen Salbeibusch

[GE]hört: Ring of Fire - Johnny Cash Live at Folsom Prison

[GE]trauert:
Um den viel zu früh verstorbenen Chris Cornell.
Ein weiterer Held meiner Jugendzeit hat die Bühne für immer verlassen. 

Montag, 22. Mai 2017

Orangenbrot mit Rooibostee aus dem Topf



Bei Pinterest hatte ich ein verführerisch aussehendes Foto mit dem Titel "Pan de naranja 100%" (100%iges Orangenbrot) gespeichert. Als ich das Rezept gestern ausprobieren wollte, führte der Link ins Leere. *gnah* 


Beim fröhlichen Nachbasteln ohne Vorlage habe ich mich dann aber doch nicht getraut, nur Orangenpüree als Schüttflüssigkeit zu verwenden. "Nicht getraut" ist übrigens die euphemistische Version von: Die faule Tante hatte nur noch vier wünzige Bio-Valencias zu Hause und gerade keine Lust, weitere Orangen für das Experiment zu besorgen.... Hat ja trotzdem gut geklappt. Die Idee, dem Brotteig Rooibostee unterzujubeln, stammt aus dem Buch Food From Across Africa. Die Kombination aus Orange und Rooibos ergibt ein saftiges Brot mit einer feinen, exotischen Fruchtnote und exzellenter Frischhaltung. Hell ausgebacken harmoniert es wunderbar mit Konfitüre (erstes Bild), stärker gebräunt auch sehr gut mit Käse und Gemüsesuppen (zweites Bild).


Für ein Brot:

  • 2 mittelgrosse Orangen
  • 155 gr warmes Wasser

Orangen mit einem Messer von der Schale samt weisser Innenhaut befreien. Das Fruchtfleisch der Länge nach vierteln, in grobe Stücke schneiden und eventuell vorhandene Kerne entfernen. Von den Orangenstücken 225 gr abwiegen und zusammen mit dem Wasser zu einem möglichst glatten Brei pürieren.


Alle Zutaten bis auf das Kokosöl in die Schüssel der Küchenmaschine geben. Zuerst 8 Minuten auf Stufe 1 kneten lassen, dann das Öl zugeben und weitere 6 Minuten auf Stufe 2 kneten, bis sich der Teig von der Schüssel gelöst hat. Auf der eingeölten Arbeitsfläche falten. Zurück in die Schüssel legen, mit einer Duschhaube abdecken und den Teig 3-4 Stunden bei Zimmertemperatur aufgehen lassen, bis er sich verdoppelt hat. Gärkorb oder Salatschüssel mit einem Leinentuch auskleiden und mit reichlich Ruchmehl bestreuen. Arbeitsfläche ebenfalls bemehlen, Teigschaber befeuchten und den Teig damit aus Schüssel heben. Mit bemehlten Händen vorsichtig auseinanderziehen, bis er etwa den Durchmesser einer Pizza hat. Locker einrollen, zu einem länglichen Laib formen und mit dem Schluss nach oben in das vorbereitete Gärkörbchen setzen. Abdecken und etwa 45 Minuten aufgehen lassen, bis er sich um ca. 80% vergrössert hat. Unterdessen einen Gusseisentopf mit Deckel (ich: 4,7 Liter Cocotte) auf das Gitter stellen, auf der zweiten Schiene von unten einschieben und den Ofen auf 270 Grad vorheizen. (Dauert bei mir ca. 35 Minuten). Topf aus dem Ofen holen, Deckel zur Seite legen. Teig vorsichtig schräg hineinkippen, so dass das Gärtuch gut weggezogen werden kann. Schnell einschneiden, Deckel wieder auflegen und zurück in den Ofen damit. Zuerst 20 Minuten bei 270 Grad, dann 25 Minuten bei 220 Grad backen. Deckel entfernen und das Brot noch ein paar Minuten bis zum gewünschten Bräunungsgrad nachbacken. Vorsichtig aus dem Topf heben und auf einem Kuchengitter abkühlen lassen. 


Mittwoch, 17. Mai 2017

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -102-



[GE]gessen
: Randen-Apfel-Salat mit Schnittlauchblüten

[GE]trunken: Cold Brew Karottentee

[GE]kocht: Kichererbsencurry mit Zimtblättern, dazu Butterreis

[GE]backen: 
Mohnkuchen mit Zitronenguss 
Schafquarkbrioche mit Teff

[GE]wesen: Auf der Suche nach frischen Curryblättern.
Mein Lieblingsinder hat sie leider aus dem Sortiment genommen und
der Lieblingsvietnamese ebenso. Komische Sache.

 [GE]sehen: Get Out 

 [GE]lesen
Hotel du Barry - Lesley Truffle
Hexensaat - Margaret Atwood

[GE]freut:
Bei einem Anzeigenportal gleich zwei Bücher entdeckt, die ich seit Jahren vergeblich gesucht hatte. Beide sind schon lange vergriffen und, wenn erhältlich, mordsmässig teuer. Die Anbieterin wollte aber für beide Exemplare nur Portoerstattung und damit hat sie mir eine Riesenfreude bereitet. She made my week, sozusagen.

Mehr als einmal [GE]dacht:
Nun kann ich nachfühlen, wie sich Überlebende einer Zombieapokalypse fühlen müssen: Umgeben von Hirntoten und kein Happy End in Sicht...

Neuen Lesestoff [GE]kauft
The Food of Oman - Felicia Campbell
Senegal - Pierre Thiam
Saving the Seasons - Kevin West 

[GE]hört: Smooth Operator & Your Love is King - Sade

 Ein[GE]legt:
Schlehen- und Zwetschgenschösslinge in Roséwein

Sonntag, 14. Mai 2017

Zimtblättercurry mit mildem Garam Masala



Nachdem ich vor Urzeiten mit Herrn C. zusammengezogen bin, wurde ein grosser Teil meiner Gewürzsammlung zu Staubfängern degradiert. Damals weigerte er sich nämlich standhaft, irgendwelche Gerichte zu sich zu nehmen, die Chilis enthielten. Oder Kreuzkümmel. Oder Kaffirlimettenblätter. Oder Bockshornklee. Oder Ingwer. Oder Currymischungen in jeglicher Form. Die Aufzählung ist nicht vollständig, kurz zusammengefasst könnte man auch sagen: Die asiatische Küche wurde fast restlos vom Esstisch verbannt.


Natürlich hat mich das extrem gewurmt, denn ich hielt mich damals schon für eine recht versierte Köchin, besonders wenn es um indische Gerichte ging. Statt meinem ersten Impuls zu folgen und den Kochlöffel aus Trotz an den Nagel zu hängen, fing ich heimlich an, die gerösteten Karotten mit einer winzigen Prise Kreuzkümmel zu würzen. Kürbissuppen wurden mit einem Hauch Massaman-Currypaste aufgepeppt, die geschmorten Linsen mit ein paar getrockneten Bockshornblättern verfeinert. Anfänglich verweigerte er oft wie ein bockiges Kind den Probierlöffel, doch meine Berharrlichkeit hat sich nach einigen Jahren ausgezahlt. Seither darf ich öfters Currygerichte auf den Tisch bringen, so lange die als unsympathisch eingestuften Gewürze nicht zu sehr hervorstechen und keine einzige Chilischote enthalten ist. Mit diesem Kompromiss kann ich gut leben.


Daher stattete ich vor einigen Jahren dem Asialaden um die Ecke einen Besuch ab, um Nachschub an Korianderkörnern, Fenchelsamen, Bockshornkleeblättern und Asafoetida zu besorgen. Auf der Suche nach den Bockshornkleeblättern entdeckte ich im untersten Regal grosse Plastikverpackungen, die mit "Bay Leaves" beschriftet waren. Zuerst liess ich sie links liegen und suchte weiter nach dem gelben Karton mit der Aufschrift "Kasoori Methi". Doch irgendetwas hatte mich stutzig gemacht und ich wandte mich wieder den Packungen mit den Lorbeerblättern zu. Die Blätter waren riesig, im Vergleich zu den selbst getrockneten Lorbeerblättern von meinem Strauch, der auf der Terrasse steht (siehe Fotos). Ausserdem sahen sie so ungewöhnlich glatt aus, dass ich sie auf der Stelle kaufen musste. Nach ein paar Recherchen stellte sich dann heraus, dass es sich nicht um die Blätter des Echten Lorbeers (Laurus nobilis) handelte, sondern um Blätter des Mutterzimtbaumes (Cinnamomum tamala), besser bekannt als Tejpat, Indian Bay Leaves oder indischer Lorbeer. Zimtblätter duften verführerisch nach einer Mischung aus Zimt (Nomen est omen), Nelken und Piment. Ausserdem sind sie nicht so dominant wie Lorbeerblätter und können auch als Tee aufgebrüht werden. In Nordindien werden sie gerne zum Aromatisieren von Reis, in Gerichten mit Hülsenfrüchten und in milden Curries eingesetzt.


Mittlerweile sind die Blätter Stammgäste in meiner Küche und seit ich eine Bezugsquelle für handverlesene Bio-Ware gefunden habe, ist der Verbrauch förmlich explodiert. Das hängt natürlich auch damit zusammen, dass Herr C. den milden Geschmack der Blätter ebenfalls schätzt und Zimtblättercurry mit Reis, natürlich auch mit einem Zimtblatt gekocht, sich zu einem seiner indischen Lieblingsgerichte gemausert hat. Man kann für das Curry natürlich auch fixfertiges Garam Masala kaufen, doch weil die meisten Mischungen auf Kreuzkümmel basieren, stelle ich sie lieber selber her. Vorsicht ist die Mutter des Gewürzschrankes. Oder so ähnlich.


Für 2 Personen (plus reichlich Reste für die Lunchbox):

  • 220 gr getrocknete rote Linsen, ungeschält
  • 1 El Kokosöl
  • 1 mittlere Zwiebel, fein gehackt
  • 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
  • 1 würfelgrosser Knubbel Ingwer, fein zermust 
  • 3,5 Tl mildes Garam Masala
  • 5 Zimtblätter, mehrmals bis zur Mittelrippe eingeschnitten (siehe letztes Foto)
  • ca. 350 ml heisses Wasser
  • 1 Dose Tomatenstücke (400 gr)
  • 200 ml Coconut Cream (ersatzweise 250 ml dicke Kokosmilch)
  • Salz
  • ca. 2 Tl Amchur zum Abschmecken

Linsen am Vorabend in reichlich kaltem Wasser einweichen. Am nächsten Tag in ein Sieb leeren, gut abspülen und abtropfen lassen. Unterdessen Kokosöl in einem Topf erhitzen. Zwiebelstücke, Knoblauch und Ingwermus zugeben und so lange anschwitzen, bis der rohe Geruch verflogen ist. Dann Garam Masala und Zimtblätter rein, 30 Sekunden mitbraten. Linsen in die Pfanne schütten und mit dem heissen Wasser ablöschen. Eventuell mehr Wasser zugeben, bis die Hülsenfrüchte mit der Flüssigkeit gerade bedeckt sind. Kräftig salzen, Deckel auflegen und 3-4 Minuten kochen, bis die Linsen fast weich sind. Tomatenstücke unterrühren, 10 Minuten ohne Deckel kochen. Coconut Cream zugiessen, weitere 5 Minuten kochen, bis die Linsen butterweich sind. Ggf. mit ein wenig Wasser verdünnen, falls die Sauce zu dick scheint. Noch mindestens 10 Minuten mit aufgelegtem Deckel auf der heissen Platte ziehen lassen. Mit Amchur (Pulver aus unreifen, getrockneten Mangos) und Salz abschmecken. Vor dem Servieren die Zimtblätter rausfischen und mit Reis oder Naan auftischen.


Für das milde Garam Masala (die Mengenangaben beziehen sich auf gemahlene Gewürze):

  • 3 Tl Koriander
  • 1,5 Tl Zimt oder Cassia
  • 1 Tl Piment
  • 1/2 Tl schwarzer Pfeffer
  • gehäufter 1/4 Tl Zimtblätter
  • 1/4 Tl Nelken
  • 1/4 Tl Lorbeer
  • 1/4 Tl grüner Kardamom 
  • 1/4 Tl Kreuzkümmel
  • 1/8 Tl Macis

Alle Gewürze vermischen und in ein dicht schliessendes Gläschen umfüllen. Die Menge reicht für zwei Runden Zimtblättercurry. P.S. Ich muss euch wohl nicht extra darauf hinweisen, dass der Unterschied zwischen einer schlechten und einer guten Gewürzmischung darin besteht, dass immer nur eine kleine Menge aus frisch gemahlenen Bestandteilen produziert wird, oder? Kleiner Tipp: Die genial konstruierte Kaffeemühle mit abnehmbarem Behälter von Cloer ist, meiner Meinung nach, die beste Gewürzmühle für den Hausgebrauch.