Sonntag, 2. August 2015

Supermürbes Sonntagssüss: Emmer & Farina bona Sablés



Auf dem Weg zum Ausgang, kam ich in der Bibliothek am Gestell mit den Neuanschaffungen vorbei. Der Rucksack war zwar schon proppenvoll (verdoppelte Ausleihmenge während der Sommerferien), aber Anna Pearsons Zu Tisch konnte ich einfach nicht liegen lassen. Nach einer schnellen Bestandsaufnahme der ausgeliehenen Bücher, landete die Biographie von Mao im Rückgabefach. Kapitalismus versus Kommunismus = 1:0. (Den 1'300 Seiten dicken Wälzer wird sicher so schnell niemand anderes ausleihen, ich packe ihn dann beim nächsten Besuch wieder ein). Bisher habe ich die Entscheidung nicht bereut, denn das Buch übertrifft wirklich in jeglicher Hinsicht meine Erwartungen. Wer mehr über die Autorin wissen möchte: Klick. Als erstes musste ich natürlich die Farina bona Sablés ausprobieren, die Andy auch schon nachgebacken und gelobt hat. Allerdings wollte ich die Mürbheit noch auf die Spitze treiben und tauschte daher Weizen- gegen helles Emmermehl. Mission completed, mürber geht's nicht mehr. 


Für etwa 35 Stück:

  • 200 gr gesalzene Butter, weich (ich: Noirmoutier mit Meersalzkristallen)
  • 50 gr Puderzucker
  • 1/4 Tl Vanillepulver
  • 80 gr Farina bona
  • 160 gr helles Emmermehl

Gesalzene Butter mit Puderzucker und dem Vanillepulver in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben. Mit dem Knethaken etwa eine Minute auf mittlerer Stufe vermischen, bis der Puderzucker eingearbeitet ist. Farina bona zugeben, eine halbe Minute untermischen. Emmermehl zugeben und die Maschine eine Minute laufen lassen. Der Schüsselinhalt sollte nun wie ein Haufen nasser Sandbrocken aussehen. Mit einem Gummispatel kurz durchrühren, dann schnell von Hand zu einem Teig zusammenfügen. Wie bei einem Mürbeteig gilt auch hier: In der Kürze liegt die Würze. Ein etwa 50 cm langes Stück Frischhaltefolie auf der Arbeitsfläche auslegen. Den Teig in der Mitte platzieren und auf der Folie zu einer etwa 35 cm langen und 3,5 cm dicken Rollen formen. In die Folie einschlagen, Enden zusammendrehen und die Teigwurst für 12 Stunden in den Kühlschrank legen. Am nächsten Tag in 35 x 1 cm dicke Stücke schneiden und etwa 20 Minuten auf der mittleren Schiene des auf 160 Grad vorgeheizten Ofens backen. Die Sablés sollten nur einen Hauch Farbe annehmen. Eine Viertelstunde auf dem Blech ruhen lassen. Danach vorsichtig zum Auskühlen auf ein Kuchengitter verfrachten. In einer Blechdose halten sie sich etwa 2 Wochen.


Samstag, 1. August 2015

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen am 1. August unter der Lupe -16-



[GE]gessen: Cordon Bleu mit Pommes Frites

[GE]trunken: Amarone della Valpolicella Ca'Belvedere

[GE]kocht: Pasta mit Bohnen aus dem Garten, Kartoffeln und Bärlauchbutter

[GE]backen: Brioche in Form eines Sonnenrades zum Nationalfeiertag

[GE]wesen: Im Elsass, Vorräte aufstocken
(u.a. ein Fisch namens Betty, Käse, Lait caillé, Ochsenherztomaten)

[GE]sehen: Walk the Line 

[GE]lesen
Midnight at the Pera Palace: The Making of Modern Istanbul - C. King

[GE]freut: 
Über die lustigen Tischnachbarn, ohne die das 
Familienessen im Restaurant stinklangweilig gewesen wäre.

[GE]ärgert: Herr C. hat es tatsächlich geschafft, die TK-Türe so 
aufzureissen, dass ein Glas mit Bio-Zitronenschale in hohem Bogen 
rausgeflogen und zerdeppert ist. Yiihaa!

[GE]kauft:
Endlich eine neue Küchenwaage.
Das Teil ist von Brabantia, mit Edelstahloberfläche und einer Edelstahlschüssel. Plastik ade! *froi*

[GE]hört:
Ain't Nobody im Original von Chaka Khan.
Wenn ich die saftlose Verschandelung, die im Radio rauf und runter 
gespielt wird, noch einmal hören muss, werde ich mich aus dem 
Kellerfenster stürzen!

[GE]lacht: 
Zwei Portionen Schlagrahm mit einer Maraschino-Kirsche, bitte.
Und eine Kräuterbutter zum Mitnehmen.
(Insider)


Freitag, 31. Juli 2015

Holunderkapern



Besonders die hübsche Farbe und der leicht fruchtig-holunderige Touch, der den dunkleren Beeren zu verdanken ist, machen die Kapern für mich zu einem Must-do-have-eat. Wer lieber neutralere Kapern möchte, sollte also nur die grünen Beeren verwenden. Generell gilt: Je reifer sie sind, desto leichter lassen sie sich abzupfen. Die knallgrünen Exemplare sind noch bombenfest mit den Stielen verbunden, daher am besten ganz behutsam abrebeln oder mit dem Daumennagel abknipsen. Mit den Zinken einer Gabel geht es zwar wesentlich schneller, aber die dünnen Stielchen bleiben dann zu etwa 80% an den Beeren hängen. Das ist allerdings nur ein rein optisches Problem, geschmacklich ändert sich nichts. 


Für 4 Gläser à 250 ml:

  • 660 gr unreife Holunderbeeren (gerebelt gewogen, pro Glas ca. 165 Gramm Beeren)*
  • 100 gr Salz
  • 1/2 El grobes Meersalz  
  • 500 ml Weissweinessig
  • 125 ml Wasser 
  • 125 ml Weisswein
  • 2 El Zucker
  • 12 Pfefferkörner
  • 8 Wacholderbeeren
  • 4 Pimentkörner
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 kleine Lorbeerblätter

Holunderbeeren in ein Sieb geben, gründlich abbrausen und abtropfen lassen. Unterdessen 100 gr Salz in eine Glas- oder Porzellanschüssel geben, ein Liter kaltes Wasser zugiessen und Salz darin auflösen. Beeren in das Salzwasser geben, kurz durchrühren und Schüssel mit einem Deckel oder Klarsichtfolie verschliessen. 24 Stunden bei Zimmertemperatur ziehen lassen. Einmal umrühren kann nicht schaden.              

Am nächsten Tag die Beeren in ein Sieb schütten und kurz abtropfen lassen. Unterdessen in einem grossen Topf einen Liter Wasser mit dem restlichen halben Esslöffel Salz zum Kochen bringen. Beeren ins kochende Wasser geben, aufkochen und von da an exakt zwei Minuten kochen lassen. Sofort abschütten und im Sieb gut abtropfen lassen. Gewürze in die ausgekochten Gläser verteilen. Ich nehme je 3 Pfefferkörner, 2 Wacholderbeeren, ein Pimentkorn, 1/4 Knoblauchzehe und ein halbes Lorbeerblatt pro Glas mit 250 ml Füllmenge. Beeren mit einem Löffel in die vorgewärmten Gläser verteilen. Essig mit Wasser, Weisswein und Zucker aufkochen. Eine Minute sprudelnd kochen und sofort in die Gläser giessen. Sie sollten bis knapp unter den Rand mit Flüssigkeit gefüllt sein. Gut verschliessen und unter einem Küchentuch langsam auskühlen lassen. Die Holunderkapern müssen vor dem Verzehr mindestens zwei Wochen (besser 2-3 Monate) ruhen. Wenn sauber gearbeitet wurde, sind sie mindestens ein Jahr lang haltbar. Geöffnete Gläser vorzugsweise im Kühlschrank aufbewahren.

* Ein Obst-/Gemüse-Knischtersäckli fasst ca. 1 Kilo Holunderdolden.

Dienstag, 28. Juli 2015

Rezension: Anatolien von Somer Sivrioglu

               
                                                  Cover: https://exlibris.blob.core.windows.net/covers/9783/8624/4763/3/9783862447633xl.jpg

Machen wir es kurz: Mir ist zum Heulen zumute. Selten so auf eine Neuerscheinung gefreut, selten so schwer enttäuscht worden. 

Erster Eindruck:
Leider kann ich euch über die gedruckte Ausgabe keine Auskunft geben, da mein Rezensionsexemplar im PDF-Format ist. Vorteil: Die Umwelt wird durch den elektronischen Versand geschont. Nachteile: Alle grossformatigen Fotos sind so stark verpixelt, dass ich über ihre Qualität kein Urteil abgeben kann. Ausserdem besitze ich keinen E-Reader und 350 Seiten am Computer durchzublättern bzw. lesen zu müssen, ist definitiv kein Vergnügen. 

Inhalt:
Was mir direkt ins Auge stach, waren die massiven Fehler bei den Mengenverhältnissen im ersten Kapitel. Bei den Simits (Sesamkringel aus Hefeteig) sollen insgesamt 435 ml Flüssigkeit und 300 Gramm Mehl zu einem elastischen Teig verarbeitet werden. In der Anleitung steht zwar, dass ein bisschen mehr Mehl untergeknetet werden soll, falls der Teig zu weich ist. Allerdings müsste in diesem Fall die Mehlmenge etwa verdoppelt werden. Für acht Stück werden ausserdem 350 Gramm Pekmez zum Tunken verlangt, die Hälfte davon ist erfahrungsgemäss mehr als ausreichend. Oh je, so ein Einstieg lässt nichts Gutes ahnen.

Weiter geht es mit dem Rezept für Finger-Pide: Ein halbes Kilo Mehl, 625 ml Flüssigkeit und dazu noch 50 ml Sonnenblumenöl. Coole Sache. Umgekehrt ist es bei den Teigrollen mit Haselnüssen. Wie man aus einem Kilo Mehl, zwei Eiern, 125 ml Öl und 125 Gramm Joghurt einen weichen, elastischen Teig zaubern kann, entzieht sich meiner Kenntnis. Die Brioche nach Balkanart werden mit drei Kartoffeln gefüllt. Ungefähre Grösse? Hilfreiche Gewichtsangabe? Fehlanzeige. Der Teig für die Pide mit viererlei Käse besteht aus 450 Gramm Mehl und völlig unzureichenden 100 ml Flüssigkeit. Für das Maisbrot mit Lauch und Sprotten, welches aus einem Kilo Mehl und je einem halben Kilo und Fisch und Gemüse besteht, sind nur 2 Teelöffel Backpulver als Lockerungsmittel vorgesehen. Rezepte in anderen Büchern verlangen für vergleichbare Mengen 1-2 Tüten Backpulver.

Und es hapert nicht nur bei den Backrezepten, auch sonst sind einige Mengenangaben reichlich merkwürdig. Beispielsweise Leber-Kebap: 300 Gramm Leberstücke werden mit fast ebenso viel Butter eingerieben. Viel zu viel hilft viel? Andererseits zeigt das Foto zu den Kretischen Eiern eine Pfanne voller Grünzeug, in deren Mitte vier gebratene Eier wie in einem Nest liegen. Mit einer Handvoll Wildkräuter ist das aber definitiv nicht zu bewerkstelligen. Ein oder zwei Salatsiebe voll wären eher angebracht, damit das Gericht für vier Personen reicht (vergleichbar mit dem Volumenschwund von Spinat). Beim Eintopf mit Hülsenfrüchten und Portulak ist dafür wieder Rätselraten angesagt. Wieviel wiegt ein Bund Portulak oder ersatzweise wilder Rucola? 50 Gramm? 100 Gramm? 250 Gramm? Mehr? Auf dem Foto ist der Eintopf zwar mit ein paar Blättchen dekoriert, aber es ist nicht erkennbar, wieviel unter die Hülsenfrüchte gemischt wurde. Wenig? Mehr? Viel? Ein weiteres Mysterium: Blätterteig für die Böregi wird mit kohlensäurehaltigem Mineralwasser und geschmolzener Butter zubereitet. Interessant. 

Auch Getränke und Suppen wurden vom Fehlerteufel nicht verschont. Salgam Suyu (fermentierter Karottensaft) wird mit einer doppelt so hohen Salzlösung angesetzt als gemeinhin empfohlen. Das behindert erstens die Milchsäuregärung und zweitens wird das Ergebnis viel zu salzig. Auch die Basilikumlimonade müsste meiner Meinung nach am Schluss noch kräftig verdünnt werden: 220 Gramm Zucker, Saft und Schalenabrieb (!) von 8 Zitronen und 500 ml Wasser ergeben zusammengemischt ein Konzentrat, pur würde ich das nicht trinken wollen. Dazu passt die kalte Mandelsuppe, die ebenfalls sehr konzentriert daher kommt: 360 ml Flüssigkeit, 125 ml Olivenöl, eine dicke Scheibe Brot und 160 Gramm Mandeln vereinen sich laut Rezept zu einer "Suppe", die in eine grosse (???) Schüssel umgefüllt wird. In der Zutatenliste für die pochierten Quitten kommen 660 Gramm Zucker vor, in der Anleitung wird aber nur etwa die Hälfte verarbeitet. Wohin mit dem Rest? Und dann hätten wir noch die Helva mit Joghurt-Himbeereis. Eine Masse aus 6 Eigelb, 3 Eiweiss, 220 Gramm Zucker, einem halben Liter Sahne und 2 Esslöffeln Joghurt soll ein "Joghurteis" ergeben. Danke, aber ich verzichte.

Neben dieser unvollständigen Aufzählung grober Fehler, mutet vieles andere geradezu harmlos an: Ayran wird mit Milch zubereitet, der Ersatz für Sucukwurst ist eine gefrorene, in dünne Scheiben geschnittene Hackfleischrolle, Manti werden als "Mini-Rindfleischklösschen" betitelt (es  handelt sich um eine Art Ravioli) und ähnliches mehr. Und lasst euch bloss nicht von Gerichten wie Jakobsmuscheln in Limettenmarinade mit Känguruh-Pastirma, Tintenfisch mit grünem Chili aus dem Wok oder Kalbskotelettes mit Blumenkohlpüree irritieren, denn der Autor lebt und arbeitet in Australien. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. 

Was meint der Magen:
Ich gebe ganz ehrlich zu, nach der enttäuschenden Lektüre hatte ich eigentlich gar keine Lust, aus dem Buch etwas nachzukochen. Trotzdem raffte ich mich auf, Kaymak aus Stärke, Rohmilch, Sahne und Butter "nachzubauen". Ergebnis: Undefinierbare Schlonze. Kein Vergleich zu frischem Kaymak. Sogar die lang haltbare Version aus der Dose ist um Klassen besser. Was spricht denn dagegen, Kaymak durch ähnliche, gute Milchprodukte zu ersetzen? Mascarpone, Crème double, Clotted Cream oder auch Schmand sind auf alle Fälle näher am Original, als dieser unbrauchbare Ersatzpudding. Die Hochzeitssuppe mit Huhn, Reis und Joghurt enttäuschte ebenfalls. Huhn und Kichererbsen werden ohne Salz gegart und unser Vogel war erst nach der verdoppelten Kochzeit durch. Das könnte natürlich auch an der Grösse des Tieres gelegen haben, denn wie in einigen anderen Rezepten auch, fehlt hier ebenfalls die Grammangabe (ungefähr hätte auch schon gereicht, wir wollen ja nicht pingelig sein). Die fertige Suppe kam nicht besonders gut an, Konsistenz und Geschmack glichen Reisbrei aus dem Babygläschen. Paprika- und Minzebutter konnten das Gericht leider auch nicht retten. Aus Trauer um das gute Huhn, habe ich dann das Handtuch geworfen.  

Fazit:
Wen wundert's: Keine Empfehlung meinerseits. Ausserdem möchte ich anmerken, dass ich die Versendung eines PDF-Dokumentes, anstelle eines reellen Rezensionsexemplares, ziemlich schäbig finde. Ich verfolge keinerlei finanzielle Ziele mit meinen Besprechungen. Just for fun und so. Aber für die vielen investierten Stunden, hätte ich gerne zumindest ein gedrucktes Exemplar als Gegenleistung. Überbezahlt bin ich deswegen noch lange nicht... Nur damit keine Missverständnisse entstehen: Die Rezension wäre genau gleich negativ ausgefallen, wenn ich stattdessen ein Buch vor mir liegen gehabt hätte.

Zum Abschluss noch das Kleingedruckte: Die in dieser Rezension geäusserten Ansichten und Meinungen sind zu 100% die Meinigen und wurden von niemandem beeinflusst.       
Das PDF wurde mir kostenlos vom Christian Verlag zur Verfügung gestellt.


Montag, 27. Juli 2015

Erdmandelbrownies (ohne Mehl, Butter und Nüsse)



Im Schrank stehen seit Anfang des Jahres zwei Gläser Erdmandelcrème von Govinda. Eines hatte ich mir damals selber gekauft, und kurze Zeit später ein weiteres Glas geschenkt bekommen. Leider hat sich herausgestellt, dass ich mit diesem Aufstrich überhaupt nichts anfangen kann. Normalerweise wird beim Vermahlen Erdmandelöl zugegeben, um eine streichfähige Paste zu erhalten. Govinda hat aber bei ihrem Produkt einen anderen Weg eingeschlagen und sich für billigeres Sonnenblumenöl als Streckmittel entschieden. Zusammen mit der parfümartigen Vanillenote ergibt das eine eigenartige Pampe, welche ich pur nicht essen mag. (Obwohl auf dem Etikett nur "Vanille" angegeben ist, empfinde ich den Geschmack als künstlich. Ausserdem erinnert er mich an die gelben, tannenbaumförmigen Bedufter für's Auto aus den 80ern). Der Vanillemief ist so penetrant, dass er auch aus Smoothies und Fruchtdesserts heraussticht. Nach einigen Überlegungen kam mir die Idee, dass eine Kombination aus dunkler Schokolade, Kakao, Kokoszucker und Rum den unerwünschten Geschmack überdecken könnte. Um meine Theorie zu überprüfen, änderte ich das Kürbiskernbrownies-Rezept ein wenig ab und schob eine halbe Stunde später die Backform in den Ofen. Zu meinem grössten Missfallen hat es nicht ganz geklappt, die störende Vanille war immer noch viel zu deutlich wahrnehmbar. Aber der Browniekuchen an sich war klasse. Ein zweiter Anlauf, mit einem anderen Erdmandelmus, überzeugte sogar Herrn C. Aber was mache ich jetzt mit dem übrigen Glas von Govinda? 


Für eine kleine Kastenform (21 x 12 cm):

  • 1 Ei, Grösse XL
  • 55 gr Kokospalmzucker
  • 2 Tl Kakaopulver
  • 2 Prisen Salz
  • 65 gr dunkle Schokolade, mind. 70%
  • 1/2 Tl Weinsteinbackpulver
  • 140 gr Erdmandelmus
  • 1 Tl Rum (optional)

Ofen auf 160 Grad vorheizen, Gitter auf der mittleren Schiene einschieben. Form mit Backpapier auslegen. Ei mit Zucker, Kakaopulver und Salz gründlich verquirlen. Schokolade grob hacken und mit Weinsteinbackpulver unter die Eimischung rühren. Zuletzt Erdmandelmus und Rum schnell untermischen, bis der Teig gerade homogen ist. In die vorbereitete Form geben, gleichmässig verteilen und 20-22 Minuten backen, bis der Kuchen aufgegangen und die Oberfläche gebräunt ist. Die Masse geht ziemlich auf, fällt aber beim Abkühlen wieder zusammen. Auf einem Gitter 10 Minuten abkühlen lassen, aus der Form heben, mit einem Löffel portionieren und lauwarm servieren. Oder in der Form auskühlen lassen, herausheben, in fingerdicke Scheiben schneiden und geniessen. Am besten noch am Backtag verspeisen.


Sonntag, 26. Juli 2015

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -15-



[GE]gessenÜberbackener Fenchel, lauwarm serviert

[GE]trunken: Gurkenwasser mit Verveine und Ringelblumenblüten

[GE]kocht: Kurkuma-Cassia-Tee 

[GE]backen: Heidelbeer-Chüechli mit Ruchmehl und Koriander

Ein[GE]froren: Purpurne Plumcots und Heidelbeeren

  [GE]wesen: Auf der Terrasse, Fledermäuse beobachtet

[GE]sehen: Killer Elite mit Clive Owen

[GE]lesen
Land of the Blind - Barbara Nadel
Fermented Vegetables - Kristen Shockey  

[GE]freut und gleich ein[GE]packt: 
Über die günstigen Buchpreise in einem Brocki
Kleine Auswahl der Beute:
Buttenmost und Ochsenschwanz - Martin Jenni
Roggen und Schwarzbrot - Kichler & Reiner
Alb-Leisa - Thomas Stephan
Falscher Hase - Ruth Reichl 
Die Romanows - Robert K. Massie
Das Leben der grossen Mätressen - Caroline Hanken
[GE]ärgert:
Das Buch über Byzantinische Kunst ist mir auf dem Weg zur Kasse 
irgendwie abhanden gekommen. Bemerkt habe ich es aber erst, 
als wir wieder zu Hause waren. Ärgerlich. Sehr ärgerlich. 

[GE]kauft: Urfa Biber, auch bekannt als Isot(Biber) 
Fermentierte Chiliflocken, die nach Rosinen, Schokolade und Rauch schmecken. Génial, sage ich euch. 

[GE]hört und [GE]lacht:
Nights on Broadway - The Bee Gees
                               
Das beige Deux-Pièces ist der Knaller!
Meine Oma hatte exakt die selben Kleidungsstücke....


Freitag, 24. Juli 2015

Buchvorstellung: Vegan Oriental von Parvin Razavi



Gleich vorneweg: Es handelt sich bei Vegan Oriental nicht um eine Zusammenstellung von bekannten, traditionellen und seit jeher veganen Gerichten aus dem orientalischen Raum, wie der Titel vermuten lässt. Dank dieser falschen Annahme war ich beim ersten Durchblättern nämlich ziemlich irritiert. Curry-Hummus? Revani mit Dinkelmehl? Gegrillter Blumenkohl? Bitte? Hätte ich, wie man das allgemein sowieso tun sollte, zuerst das Vorwort aufgeschlagen, wäre mir folgendes nicht entgangen (ich zitiere die Autorin): ".. Die von mir kreierten Rezepte sind oft sehr einfach, meist in weniger als einer halben Stunde nachgekocht und lassen so jede Menge Zeit zum Geniessen!...." Aha, so ist das also. Darum alle Vorbehalte aus dem Kopf verbannt und noch einmal ganz von vorne angefangen zu lesen.

Erster Eindruck:
Bunt und fröhlich. Mattes Papier, matte Fotos, viele Illustrationen. Alles ist stimmig, ohne gekünstelt zu wirken. Fast jedes Rezept wird durch ein seitenfüllendes Foto begleitet. Die meisten Zutatenlisten sind kurz und beanspruchen samt Anleitungen insgesamt oft nur eine halbe Seite. Ausserdem sind sie sehr übersichtlich gehalten und leicht verständlich beschrieben. Leider wurden die Gerichte nicht durchgehend zweisprachig betitelt, aber das ist nur ein kleiner Minuspunkt. Ausgemerzt wird er sowieso gleich durch den Hinweis, dass das einzige im Buch verwendete Ersatzprodukt Sojajoghurt ist. 

Inhalt:
Nach dem Vorwort folgt die Vorstellung der sympathischen Autorin und Bloggerin (mir bis dahin unbekannt), die im Iran geboren wurde und später mit ihrer Familie nach Österreich emigrierte. Auf den nächsten Seiten werden im Glossar die wichtigsten Zutaten in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet, zwei persische Reiszubereitungen erklärt und bevor man sich ins Kochvergnügen stürzt, noch Hinweise zu den Mengenangaben im Rezeptteil gegeben. Die folgenden 160 Seiten sind in geographische Kapitel unterteilt: Iran, Armenien, Syrien, Libanon & Jordanien, Ägypten, Marokko und Türkei. Die Reihenfolge der Gerichte in den einzelnen Kapiteln ist der Servierfolge entsprechend: Mezze, Hauptspeisen, Beilagen und Desserts. (Wobei nicht in jedem Kapitel zwingend jede Kategorie vertreten ist). Unsere kulinarische Reise durch den Orient startet also mit einer grossen Mezzeplatte. Empfehlen würde ich euch Mirza Ghasemi (rotes Auberginenmousse), Zitrussalat mit Sumach, Berberitzen und Pistazien, saure Karotten-Torshi, gebackene Mante mit Kürbisfüllung, gebratene Okras, breite Bohnen in Tomatensauce, Tabouleh aus Granatapfelkernen und Äpfeln, karamellisierter Fenchel mit Berberitzen, Relish mit Orangen und Koriander und dazu Khoubiz (libanesisches Fladenbrot, mit 25 Gramm Hefe auf 750 Gramm Mehl zubereitet). Als Hauptgericht hätten wir Baghali Ghatogh (Saubohneneintopf mit Dill) und Auberginen mit Walnuss-Granatapfelfüllung. Als Beilage passen Juwelen-, Safran- oder Linsenreis. Wer es leichter mag, nimmt einfach die gefüllten Tomaten. Im Herbst würde ich euch die Butternusskürbis-Tajine mit Koriander-Dattel-Couscous ans Herz legen und im Winter die gebackene Kartoffel-Kibbeh. Den Abschluss bilden frische Früchte, Zimt-Tee und türkischer Kaffee. Für die Süssschnäbel unter euch hätte ich noch ein Stückchen Mandel-Rosen-Kuchen und Feigen in Sirup. Na, wer möchte als erster bestellen? 

Was meint der Magen?
Der Zitrussalat aus Orangen, Grapefruit, Sumach, Berberitzen, Pistazien und Minze hat mich aus den Socken gehauen. Jeder Bissen offenbart eine andere Geschmackskombination, zum Beispiel süss und bitter, sauer und salzig oder minzig und pfeffrig. Wenn Sumach und Olivenöl durch etwas Zitronensaft und zwei Esslöffel Orangenblütenwasser ersetzt werden, wird aus dem Salat im Handumdrehen ein erfrischendes Dessert. Beim Mast' o Khiar (persischer Dip mit Gurke und Rosenblüten) habe ich mir erlaubt, Soja- durch Kuhmilchjoghurt zu ersetzen, da ich Sojajoghurt auf den Tod nicht ausstehen kann. Die Kombination aus Gurke, Knoblauch, Rosinen und getrockneten Rosenknospen ist wohl aber auch mit pflanzlichem Joghurt ziemlich gewöhnungsbedürftig. Nicht schlecht, aber recht speziell. Besonders, da es mit keiner der ausprobierten Beilagen (grillierte Zucchini- und Auberginenscheiben, Tomaten, Paprika und Fladenbrot) wirklich harmonierte. Herr C. hat dafür plädiert, bei einem zweiten Anlauf die Rosinen und Rosenknospen ersatzlos zu streichen. Mein Einwand, dass es dann ein gewöhnliches Tzatziki wäre, hat er freudig nickend quittiert.... Der Mandeldip aus fein gemahlenen Mandelblättchen, Brotkrumen, Knoblauch, Essig und Öl kam wesentlich besser an, wie das Foto beweist:


Die Linsenlaibchen bestehen eigentlich nur aus einer gewürzten Linsen- und Kartoffelmasse. Ich hatte vom Vortag aber noch eine Portion Dinkelreis übrig, die ich frech untergemischt habe. Herr C. hat ein Laibchen probiert, als ganz okay eingestuft, und dann mit Lichtgeschwindigkeit die dazu gehörenden gebratenen Tomatenscheiben weggefuttert. (Inklusive den zur Seite gelegten Exemplaren für's Foto).


Geheimtipp: Übrig gebliebene Laibchen (doofes Wort, ich weiss) mit Tomatenscheiben und reichlich Sesam-Petersilien-Sauce in ein Brötchen packen und am nächsten Tag als Lunch geniessen. 

Fazit:
Ich persönlich finde es grandios, dass in diesem Kochbuch auf jegliche Soja- und vegane Ersatzprodukte (ausser Sojajoghurt) verzichtet wurde. Weit und breit kein Tofu, kein Tempeh, keine Sojaschnetzel, kein Nussmus, kein veganer Käse, kein Liquid Smoke und keine hippen Superfoods wie Goji oder Maca. Fast alle Rezepte basieren auf Gemüse, Hülsenfrüchten und Reis/Kartoffeln/Couscous. Klingt langweilig? Ist es aber definitiv nicht. Ganz im Gegenteil. Darum, und weil das Preis-Leistungs-Verhältnis absolut stimmig ist, bekommt das Buch von mir eine uneingeschränkte Kaufempfehlung.

Zum Abschluss noch das Kleingedruckte: Die in dieser Rezension geäusserten Ansichten und Meinungen sind zu 100% die Meinigen und wurden von niemandem beeinflusst.       
Einen ganz herzlichen Dank an den NeunZehn Verlag, der mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.